28.11.2019
Nominierung Wolfgang Kürzinger

WALDMÜNCHEN.Mit dem Traumergebnis schlechthin und kämpferischen Reden haben die Freien Wähler und Wolfgang Kürzinger am Donnerstagabend offiziell die Mission „Rathaussessel 2020“ gestartet. „Wir können Bürgermeister und wir wollen Bürgermeister, ich kann und will es auch“, machte der 47-Jährige bei der Nominierungsversammlung deutlich.Geballte Kraft für Wolfgang Kürzinger, Waldmünchen und die Freien Wähler: Die Listenkandidaten stellten sich zum Unterstützungsfoto auf. Foto: Schoplocher

Schon die Zahl der Wahlberechtigten - 64 Anhänger waren gekommen - ließ die FW-Verantwortlichen und den Kandidaten strahlen. Als Walter Urban, Fraktionssprecher und Zeremonienmeister des Abends, dann das Ergebnis von 100 Prozent Zustimmung verkündete, quittierten die Anwesenden dies mit starkem Applaus, Wolfgang Kürzinger mit Siegerfaust und der spontanen Feststellung: „Das ist schon geil!“.

Das Ziel: „Sechs Sitze plus x“

FW-Vorsitzender Siegfried Wagner hatte schon vor der Wahl keinen Zweifel daran gelassen, dass „du der Mann für Waldmünchen bist“. Gerade die Symbiose aus dem Praktiker Kürzinger, der als Landwirt mit beiden Beinen auf der Erde stehe, und seiner Qualifikation als Verwaltungsfachwirt und Berufsberater, könne man sich gar nicht besser vorstellen.

Wagner bescheinigte dem Familienvater Fleiß („Vor der Arbeit heißt es am Hof schon arbeiten“) und wirtschaftliches Denken. „Mit einem Unternehmerfrühstück ist es nämlich nicht getan“, schoss er eine Spitze in Richtung des amtierenden Bürgermeisters ab. Zuvor hatte Wagner ein klares Ziel ausgegeben: den Bürgermeister stellen und die Zahl von sechs Stadtratsmandaten erhöhen. „Seit Jahrzehnten gestalten wir Freie Wähler Waldmünchen maßgeblich mit.“ Es werde Zeit, dass Stadt besser voranzubringen und aufzuzeigen, wo der Schuh drücke. Es sei nämlich bei weitem nicht alles so „super“, wie die Stadtspitze stets gebetsmühlenartig betone, verfeinerte Wolfgang Kürzinger in seiner Vorstellungsrede. „Es gibt immer Handlungsbedarf“, machte er deutlich. Er stellte gar nicht außer Frage, dass in den vergangenen Jahren viel geschehen sei. Das Pendlersaldo habe sich zwar verbessert, sei aber immer noch negativ.

Stabi-Hilfe ist „ein Korsett“

Bei der Stabilisierungshilfe müsse man „offenbar vorsichtig sein, was man sagt“. Fest steht seiner Meinung nach aber, dass „wir davon wegkommen müssen“. Die Freien Wähler sehen sie als Korsett. Beispiel: Vereine zu unterstützen, sei als Stabilisierungskommune schwer. Dabei seien Ehrenamt und Familie doch die Keimzelle des gesellschaftlichen Lebens.
„Wir müssen die Story Waldmünchen in der Beschäftigung schreiben“, gab er als Parole aus. „Da seh’ ich meine Kernkompetenz.“ Dass die Jugend viel heimatverbundener sei als noch vor Jahren, sei eine große Chance. Leerstände sollten durch Wohnraum kompensiert werden, Leerstandsmanagement müsse individuell und am Ort erfolgen, eine Landkreis-Plattform sei wenig zielfrührend.

Die Bürger mitnehmen

Anhand der Neuausrichtung für TV- und Festhalle erklärte der 47-Jährige, wie er sich Entscheidungsprozesse vorstelle. „Wir müssen die Bürger fragen, was sie wollen und dann erst einen Planungsauftrag vergeben.“ Der Kandidat forderte einen Masterplan für die Ortschaften und regte eine Bürgerdrogerie an. Christian Lommer, der für die Parteifreie Wählerschaft Land antritt, brachte die Unterstützung „seiner“ Liste auf den Punkt: „Ich trau’ dir das absolut zu!“. Kürzinger sei sehr lösungsorientiert, ihn zeichne riesiges Engagement aus, als Landwirtskollege könne er ihm Innovationsgeist sowie sehr hohes Tierwohlbewusstsein attestieren.

Kreisvorsitzender Hans Kraus spürte Aufbruchstimmung. Besonders imponiere ihm die Ausgewogenheit der Listen, die zeige, dass Frauen, Jugend und Senioren gleich wertgeschätzt würden. Wie der Satz „Wenn du keine Jugend hast, hast du keine Zukunft“ in Waldmünchen umgesetzt werde, sei bemerkenswert. „Zufällig“ passte dazu, dass er den 24-jährigen Landratskandidaten Julian Preidl mitgebracht hatte.

Siegfried Wagner senior, FW-Ehrenvorsitzender und 36 Jahre im Stadtrat, unterstrich, dass „wir in der Vergangenheit und in der Zukunft Bürgermeister können“. Die Vorstellung von Wolfgang Kürzinger sei in jeder Hinsicht überzeugend gewesen. Dieser gab zu, dass seit der Wahl vor sechs Jahren kein Tag vergangen sei, an dem er das Amt im Kopf nicht im Kopf gehabt habe. „Ich fühle ich mich stark und reif dafür.“

Zur Person: Wolfgang Kürzinger

  • Persönliches
    Wolfgang Kürzinger ist verheiratet, 47 Jahre alt und Vater von vier Kindern. Bettina, eine der drei erwachsenen Töchter, schickt sich an, den landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen. Sohn Josef geht noch in die Schule.Aufgewachsen ist der Prosdorfer im Landkreis Neumarkt. Nach Waldmünchen kam er als „Zivi“ an der Jugendbildungsstätte.

  • Ausbildung:
    Nach Abitur und Zivildienst hat Kürzinger Arbeitsverwaltung studiert und später als Quereinsteiger den Landwirtschaftsmeister draufgesattelt. Seit 27 Jahren ist er für die Agentur für Arbeit tätig, seit fünf Jahren mit einer 60 Prozent-Stelle (wegen der Landwirtschaft) wieder in Cham, als Berater für akademische Berufe.

  • Ehrenamt:
    Engagiert war der Familienvater schon in seiner Jugend als Kreisvorsitzender der Christlichen Arbeiterjugend. „Die CAJ ist das Fundament meines Lebens.“ Aktuell ist er Vorsitzender der Feuerwehr und Schriftführer bei den Jagdgenossen.

  • Politik:
    Wolfgang Kürzinger ist Vize-Vorsitzender der Freien Wähler Waldmünchen, war schon Ortssprecher und sitzt seit 2014 im Stadtrat. Bei der Bürgermeisterwahl 2014 schaffte der 47-Jährige gegen Amtsinhaber Ackermann fast 42 Prozent.