14.01.2020
Auftaktveranstaltung Bürgermeisterkandidat Wolfgang Kürzinger

Ein Loblied auf den Kandidaten

Die Freien Wähler verbreiten zum Wahlkampfauftakt Aufbruchstimmung und erklären, warum Wolfgang Kürzinger ihr Mann ist.
Von Petra Schoplocher

„Mich reizt nicht der Titel oder das Amt, sondern die Aufgabe.“ Bürgermeisterkandidat Wolfgang Kürzinger hielt am Ende einer engagierten Rede fest: „Ich kann das und ich will das.“ Foto: Schoplocher

WALDMÜNCHEN.
Am Ende gab Wolfgang Kürzinger zu, hin und wieder sogar ein wenig rot geworden zu sein ob all des ganzen Lobs, das da unerwartet über ihn hereingeprasselt war. Denn jeder Kandidat der Freien Wähler-Gruppierungen stellte nicht nur sich selbst vor, sondern hängte noch einen Satz nach dem Motto „Ich wähle Wolfgang Kürzinger, weil...“ an. Und da kamen beim Wahlkampfauftakt eine ganze Menge Gründe zusammen.
Grundtenor: Der 48-Jährige überzeuge unter anderem mit doppelter Kompetenz aus seinen beiden beruflichen Welten (Berufsberatung und Landwirtschaft), innovativem Ideenreichtum und seinem Charakter. „Das Gesamtpaket passt einfach“, fasste es Gabriele Weidner zusammen. Christian Lommer brach eine Lanze für den „Teamplayer durch und durch“. Jutta Bücherl zog aus ihren Erfahrungen mit Kürzinger als Vorsitzendem der Feuerwehr Prosdorf den Schluss, „ich glaube nicht nur, dass er es kann, ich weiß es“. Und Tochter Anja betonte: „Der Papa hat′s drauf“ – das habe er auch bei ihren eigenen Krisen bewiesen. Entschlossenheit sprach aber nicht nur aus den Worten der Listen-Kandidaten. Auch Wolfgang Kürzinger machte in einer nahezu einstündigen, engagierten Rede deutlich, dass der Wandel jetzt kommen müsse, mit ihm. Weil er Menschen mit ins Boot holen, Bürgern auf Augenhöhe begegnen könne und sich selbst nicht wichtig nehme. Seine Strategie „Wo stehst du, wo willst du hin, wie machst du das?“ funktioniert seiner Meinung nach auch an der Spitze einer Kommune. In Waldmünchen sei viel erreicht worden, das stelle er gar nicht in Frage. Aber es gehe nicht um die Vergangenheit, sondern um die Frage, „wo wir hinwollen“, und da gelte es, nach einer ehrlichen Situationsanalyse vorwärtszugehen. Die Finanzen seien gut, „da darf man sich auch mal was trauen“, sagte Kürzinger. Und kreativ sein: Warum nicht finanzielle Anreize für Bachelorarbeiten schaffen, um neue Ideen junger Leute zu generieren, fragte er. Wenn es um die Fest- und TV-Halle gehe, dürfe nicht einfach ein Planungsauftrag vergeben werden, die Bürger müssten zuerst gefragt werden.

Zentrales Thema Beschäftigung

Sein zentrales Thema aber lautet Beschäftigung. Der Pendlersaldo sei zwar besser als noch vor Jahren, aber immer noch negativ. Aus der Wirtschaftsförderung des Landkreises fließe vergleichsweise wenig Geld nach Waldmünchen, informierte Kürzinger. „Daraus schlagen wir zu wenig Kapital.“ Würden Betriebe einen Euro weniger pro Stunde bezahlen, wäre das in seinen Augen nicht nur für die Arbeitgeber günstiger. Auch diejenigen Waldmünchner, die hunderte Euro für Fahrtkosten aufwenden müssen, weil ihre Arbeitsstellen deutlich außerhalb der Stadtgrenzen liegen, würden seiner Meinung nach davon profitieren.

Unter dem Strich glaubt er, so auch Neuansiedlungen von Firmen möglich machen zu können. „Wir müssen den Unternehmen zeigen, dass wir haben, was sie brauchen.“

Dank vieler Schulabgänger sei dies nicht nur eine Augenblickaufnahme, „da ist Potenzial da und viele Junge möchten dableiben“. Den einen oder anderen Leerstand aufzukaufen, um ihn dann Existenzgründern zur Verfügung zu stellen, nannte er als eine weitere konkrete Maßnahme. Ganz grundsätzlich müsse die Wahrnehmung der Stadt verbessert werden. Beim Tourismus gelte es, die Frage zu klären, ob „wir Potentzial zum weiteren Ausbau haben oder nicht“, Handlungsbedarf gebe es rund um den Perlsee. Wohnen in der Stadt müsse günstiger sein als draußen, forderte er. Und woanders funktioniere es mit genossenschaftlich geführten Geschäften, dieses Modell für eine Drogerie anzudenken, hat der Bürgermeisterkandidat ebenso auf der Agenda wie einen Masterplan für jeden Ortsteil. Für beides müsse die Stadt auf die Bürger zugehen. Wichtig war ihm, zu betonen, dass „ich ab Mai frei bin“. Auf dem heimischen Hof seien dann „drei Leute mehr“, Tochter Bettina besucht gerade die Meisterschule. Kürzinger ließ keinen Zweifel daran, dass „ich das jetzt will“ und sicherte zu, sich mit ganzer Kraft, Herzblut und Sachverstand einzubringen.

„Wir sind das Original“

„Wir sind das Original“, betonte der Listenführer der Jungen Wähler, Christian Pfaffl, mit Seitenhieb in Richtung der CSU-Nachwuchsliste. Im Mai vergangenen Jahres hätten die JW schon 17 Zusagen gehabt, alle „spätestens nach einmal kurz überlegen, viele sofort“, berichtete er. Als Ziele nannte er die Etablierung eines Jugendbeirats, Elternsprechstunden und einen generellen besseren Austausch zu Themen. „Warum nicht eine Bar im Bad?“, fragte er beispielhaft, das AquaFit habe Potential und man sollte auch „mal anders denken dürfen“.

Wechselwille ist spürbar

Überwältigt vom Besuch und der Stimmung zeigte sich Siegfried Wagner, Vorsitzender der Freien Wähler Waldmünchen. Der Wechselwille sei spürbar „und wir haben Bock drauf“. Auf den Listen fänden sich tolle Kandidaten, die bürgernah, unabhängig und sachbezogen agierten, was für Stadt, Land, Jugend und auch Kreistag gelte. „Und wir haben den Besten für das Bürgermeisteramt.“

Bericht: Petra Schoplocher https://www.mittelbayerische.de/region/cham-nachrichten/ein-loblied-auf-den-kandidaten-20909-art1869965.html?fbclid=IwAR2lKSQN1dmYSAeoC47wHZhtMMoK11t-Z4a2us3fd48WPCA3q9Juf0MTcwU